Rücken · Nacken · Gelenke

Ich habe Schmerzen.
Was kann ich selbst tun?

Mehr, als man dir wahrscheinlich gesagt hat. Und weniger kompliziert, als du denkst.

Drei Dinge für heute ↓
Erstens

Verstehen — in fünf Sätzen

1

Schmerz ist ein Alarm, kein Schadensmesser — starker Schmerz heißt nicht automatisch großer Schaden, und auf vielen Röntgenbildern schmerzfreier Menschen sieht es „schlimm" aus.

2

Sehr viele Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen entstehen nicht durch Verschleiß, sondern durch dauerhaft angespannte, verkürzte Muskeln und Faszien — die Quittung für zu viel Sitzen und zu einseitige Bewegung.

3

Was Muskeln über Jahre gelernt haben, können sie wieder verlernen — Daueranspannung ist veränderbar, in jedem Alter.

4

Schonung ist bei den meisten dieser Schmerzen der falsche Weg: Der Körper versteht Stillhalten als „noch mehr schützen" und spannt weiter zu — sanfte Bewegung ist meist der Freund, nicht der Feind.

5

Auch dein Zustand zählt mit: Ein gestresstes, unausgeschlafenes Nervensystem dreht die Alarmanlage empfindlicher — darum gehören Ruhe und Schlaf mit zur Schmerzbehandlung.

Zweitens

Drei Dinge für heute

Heute · Eins

Geh — statt dich zu schonen

Zwanzig Minuten Spazierengehen in deinem Tempo. Nicht trotz der Schmerzen, sondern wegen ihnen: Gehen versorgt Bandscheiben und Gelenke, lockert die Daueranspannung und sagt deinem Alarmsystem: „Es ist sicher, sich zu bewegen."

So geht's: Tempo so, dass du noch in ganzen Sätzen sprechen könntest. Durch die Nase atmen, Schultern fallen lassen. Schmerz darf dabei leise mitreden — er darf nur nicht lauter werden und danach schlechter sein.
Heute · Zwei

Dehne die Gegenrichtung deines Alltags

Dein Alltag hat eine Richtung — meist: sitzen, Arme vorn, Hüfte gebeugt, Blick nach unten. Deine Muskeln haben sich daran angepasst. Die wirksamste Einzelübung ist deshalb: die Gegenrichtung, lange genug gehalten.

So geht's (Beispiel für Viel-Sitzer): Im Ausfallschritt stehen, hinteres Bein gestreckt, Becken sanft nach vorn schieben, Arme weit nach hinten-oben öffnen, Brustkorb weiten. Zwei Minuten halten — das ist lang, und genau das ist der Punkt. Die Intensität darf sich wie eine 8 von 10 anfühlen: ein Wohlschmerz, bei dem du noch ruhig atmen kannst — kein stechender, elektrisierender oder ausstrahlender Schmerz (dann sofort lösen und sanfter neu ansetzen). Danach: aufrichten und nachspüren.
Heute · Drei

Atme den Alarm leiser

Bei einer Schmerzspitze spannst du unwillkürlich an und atmest flach — das dreht den Alarm lauter. Du kannst diesen Kreis an einer Stelle unterbrechen, die du immer dabei hast.

So geht's: Zehn Atemzüge: 4 Sekunden durch die Nase ein, 6 Sekunden lang aus, Hand auf dem Bauch. Die lange Ausatmung ist die eingebaute Bremse deines Nervensystems — der Schmerz wird dadurch nicht weggezaubert, aber der Alarm drumherum wird leiser. Oft ist das der Unterschied zwischen „es sticht" und „es überrollt mich".
Drittens

Der Vier-Wochen-Weg

Jede Woche kommt eine Sache dazu — die alten laufen weiter. Nicht mehr. Selbst gewählt hält; verordnet stirbt.

Woche 1 · Der Boden

Täglich 20 Minuten gehen + einmal am Tag deine Gegenrichtungs-Dehnung (2 Minuten). Das ist alles — und es ist mehr, als die meisten je für ihren Rücken getan haben.

Woche 2 · Die zweite Richtung

Eine zweite Dehnung dazu, dort wo dein Körper sie verlangt (Nacken seitlich, Hüftbeuger, Schultern). Gleiche Regeln: 2 Minuten, Wohlschmerz-8, ruhig atmen. Dazu einmal täglich 30 Sekunden Spannung mit Absicht: an eine Wand lehnen und drücken oder ein Handtuch kräftig auseinanderziehen — und dann das Loslassen danach genießen. Anspannen macht das Lösen leichter.

Woche 3 · Der Schlaf kommt dazu

Schmerz und schlechter Schlaf schaukeln sich gegenseitig hoch — wer schlecht schläft, spürt am nächsten Tag messbar mehr Schmerz. Darum jetzt: zehn Minuten Morgenlicht und eine feste Zubettgeh-Zeit. Klingt nach wenig. Ist es nicht.

Woche 4 · Bilanz und Besitz

Vergleiche deine Zahlen (unten). Was hat gewirkt? Das gehört jetzt dir — nicht als „Programm", sondern als Teil deines Tages, so selbstverständlich wie Zähneputzen. Was nicht gewirkt hat, darfst du guten Gewissens lassen.

Viertens

Woran du merkst, dass es wirkt

Gefühle täuschen an schlechten Tagen — Zahlen weniger. Nimm einen Zettel und notiere heute und dann jeden Sonntag:

Erwarte keine Wunderkurve. Erwarte eine Richtung. Wenn nach vier Wochen keine erkennbar ist, ist das kein Versagen — es ist eine Information: Dann gehört dein Schmerz genauer angeschaut (siehe unten).

Fünftens

Ehrliche Grenzen — und wann du zum Arzt gehst

Bitte direkt in ärztliche Hände — nicht auf diese Seite

Nichts davon? Dann ist der Weg auf dieser Seite für die häufigsten Schmerzformen ein sicherer Anfang.

Damit du weißt, woran du bist
Sechstens

Wenn du tiefer willst

Der Schmerz war deine Tür — aber er wohnt selten allein. Schau dir das Fundament mit den sechs Hebeln an (besonders Schlaf und Ruhe gehören zu jedem Schmerzweg), und wenn dein Kopf abends nicht stillhält: die Tür „Ich komme nicht zur Ruhe". Weitere Vertiefungen entstehen gerade und kommen auf diese Seite.

Und wenn du merkst: „Alleine bleibe ich nicht dran" — dafür gibt es eine begleitete Form: acht Wochen, dein Thema, einmal pro Woche ein Gespräch. Ein Anruf genügt, um zu fragen, ob das zu dir passt.

So erreichst du mich

0151 – 44 97 30 70

joachimkurzner@gmail.com · Bischofsmais im Bayerischen Wald

Anruf, SMS oder Mail — ich melde mich noch am selben Tag.

Joachim Kurzner · Heilpraktiker
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